PV-Montage: Auf-Dach, In-Dach & Flachdach Schritt-für-Schritt


1. Einleitung
Photovoltaikanlagen liegen voll im Trend – zurecht. Denn wer selbst Strom erzeugt, macht sich unabhängiger, senkt langfristig Kosten und leistet einen Beitrag zur Energiewende. Doch bevor der Strom fließt, muss erst einmal montiert werden. Und genau hier wird es spannend: Auf-Dach, In-Dach oder Flachdach? Jede Variante bringt ihre eigenen Vorteile – und Herausforderungen – mit sich.
In diesem Guide zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du PV-Paneele sicher, effizient und langlebig montierst. Egal ob du selbst anpackst oder mitreden willst, wenn das Montageteam anrückt: Hier bekommst du den Durchblick.
2. Vorbereitung (gilt für alle Dachtypen)
Schritt 1: Dachzustand checken
Dein Dach sollte in gutem Zustand sein und die statische Last tragen können. Besonders wichtig bei alten Gebäuden. Bei Unsicherheiten: Fachbetrieb hinzuziehen.
Schritt 2: Genehmigungen & Anmeldung
Netzbetreiber informieren, Marktstammdatenregister beachten, evtl. Bauamt konsultieren. Fristen einhalten!
Schritt 3: Material & Werkzeug bereitlegen
PV-Module, Montagesystem, Wechselrichter, Kabel, Werkzeuge – alles griffbereit? Dann kann's losgehen.
Schritt 4: Sicherheit geht vor
Gerüst, Absturzsicherung, Handschuhe, Helm. Klingt basic, ist aber essenziell.
3. Auf-Dach-Montage (Schrägdach)

Was ist das?
Die Module werden auf die bestehende Dachhaut montiert. Das ist die gängigste und oft kostengünstigste Variante.
So geht’s Schritt für Schritt:
- Ziegel anheben: Nur dort, wo Dachhaken montiert werden. Vorsichtig, um Bruch zu vermeiden.
- Dachhaken setzen: Direkt auf die Sparren, verschrauben. Sie tragen die Aluschienen.
- Montageschienen befestigen: Parallel zueinander ausrichten und auf den Haken verschrauben.
- Module auflegen & einklemmen: Mit Mittel- und Endklemmen fixieren. Auf gleichmäßige Reihen achten.
- Verkabeln: Gleichstromleitungen nach Plan verlegen, ordentlich bündeln.
- Elektrik vom Profi anschließen lassen: Wechselrichter, Einspeisung, Schutzsysteme – hier ist Expertise gefragt.
Vorteile:
- Gute Hinterlüftung
- Bewährte Technik
- Einfach nachrüstbar
4. In-Dach-Montage (integriert)

Was ist das?
Hier ersetzen die PV-Module Teile der Dacheindeckung und werden direkt in die Dachfläche integriert. Ideal bei Neubau oder Sanierung.
So geht’s Schritt für Schritt:
- Dachziegel entfernen: Nur im vorgesehenen Bereich.
- Trägerrahmen montieren: Spezialsysteme mit Dichtfunktion auf Sparren befestigen.
- Module einsetzen: Wie Puzzleteile in das Dach. Integrieren sich nahtlos.
- Abdichten: Übergänge sauber mit Blechen und Folien abschließen.
- Verkabeln & anschließen: Wie bei der Auf-Dach-Montage – aber oft enger und komplexer.
Vorteile:
- Besonders ästhetisch
- Wind- & wetterfest
- Zwei Funktionen in einem (Strom & Dach)
Achtung:
- Weniger Hinterlüftung = höhere Modultemperaturen
- Aufwändiger und teurer
5. Flachdach-Montage

Was ist das?
Module stehen in Aufständerung auf dem Dach. Ballastiert (beschwert) oder verschraubt. Kein Durchdringen der Dachhaut nötig.
So geht’s Schritt für Schritt:
- System wählen:
- Ballastiert: Betonplatten beschweren Gestell
- Verschraubt: Direkt mit Dach verbunden (nur mit Abdichtung!)
- Neigung planen: Optimal sind 10–35 Grad. Mehr Neigung = höherer Ertrag.
- Reihenabstand einhalten: Damit sich Module nicht gegenseitig verschatten.
- Gestelle montieren: Nach Montageanleitung ausrichten und sichern.
- Module befestigen: Auflegen, einklemmen, verkabeln.
- Ballast aufbringen: Windlasten nach Herstellerangaben absichern.
Vorteile:
- Flexibel und schnell
- Dach bleibt intakt
- Oft ohne Genehmigung möglich
6. Elektrik: Nur vom Fachbetrieb
Egal wie gut du montierst: Ohne fachgerechten elektrischen Anschluss geht’s nicht. Wechselrichter, Einspeisepunkte, Schutzschalter und Anmeldung beim Netzbetreiber – das ist Profisache.
7. Fazit
Die Montage deiner PV-Module muss kein Mysterium sein. Mit dem richtigen Plan, etwas technischem Verständnis und gesunder Vorsicht kannst du vieles vorbereiten oder sogar selbst durchführen. Ob auf dem Schuppen, Hausdach oder Firmengebäude: Wenn Technik, Dachtyp und Anspruch zusammenpassen, steht deinem Solarprojekt nichts im Weg.